Monday, June 8, 2026

1979

Meine erste Arbeit, für die es einen Stundenlohn gab, hatte ich mit 17 als Notenwenderin bei Radio Bremen (als ich den Begriff Notenwender google, lese ich, dass solche Leute auch gerne ´Blattlaus´ genannt werden, witzig). Ich nahm damals Klavierstunden, war also im Notenlesen geübt, wenn auch keine besonders talentierte Klavierschülerin.  Auf Anfrage vom Sender ging ich nach der Schule zu Klavierkonzerten in den großen Aufnahmesaal in der Vahr. Das bedeutete, dass ich neben einem (berühmten?) Klavierspieler saß eh... stand, und vorsichtig = leise im richtigen Moment seine Notenblätter wendete (es waren immer Männer). Puh, das waren angespannte Stunden. Ich musste natürlich so schnell „mitlesen“ wie der Musiker spielte, und genau den Zeitpunkt abpassen, an dem die Seite umgedreht werden sollte. Manchmal gab es dazu vom Maestro ein Kopfnicken, dann flux ohne Geräusche das Blatt wenden. Wenn es mal nicht perfekt klappte, tönte aus dem Aufnahmestudio eine genervte Lautsprecherstimme „Nochmal, bitte!“ Nicht zum Vergnügen des Pianisten, wie ihr euch denken könnt. Die besten Tage waren die, an denen die Musiker die Stücke auswendig spielen konnten, keine Blattlaus brauchten oder das Konzert ganz ausfiel. Geld gab es trotzdem.  Ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich an diesen Job kam. Ach, diese Erleichterung, wenn ich den Konzertsaal verließ.  Wie es weiter geht, lest ihr im  next blog, dear Readers!

Film zum Thema Das Mädchen, das die Seiten umblättert“, Thriller, Frankreich 2006 : siehe link trailer Bitte Umblättern.  Uriger Weise sah ich mit 16 auch n bischen so aus, wie diese Hauptfigur....

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