Kurz vor dem Job bei der Auskunft - oder doch danach? - war ich ein paar Wochen in einem Büro der Firma B. angestellt. Ich wohnte damals noch bei Muttern in Lilienthal bei Bremen, genau auf der anderen Seite der Stadt. Ich hatte Glück, ein Kollege, der Nähe wohnte, nahm mich morgens mit. Ein Jugoslawe, der als Technischer Zeichner dort arbeitete. Sein Deutsch war auch nach zwanzig Jahren im Land echt schwer zu verstehen; ich versuchte so gut es ging, seinen Erzählungen während der langen Autofahrt zu folgen. Das war Arbeit vor der Arbeit. Bis heute bin ich nicht sicher, was genau diese Firma eigentlich machte und vor allem, wozu ich dort angestellt war. Es konnte mir damals auch niemand so genau erklären. Ich weiß nur, dass ich dauernd den Locher brauchte, um Unterlagen in Leitz Ordnern abzuheften, dass alles etwas mit Versicherungen zu tun hatte (aber was machte ein Architekturbüro dort?), und dass sich die vier Kollegen im Großraumbüro auch nach 8-jähriger Zusammenarbeit noch Siezten. Das hat mich total irritiert. Achja, und Kaffee kochen musste ich dauernd. Das ganze muss Ende 1981, Anfang '82 gewesen sein, denn im Personalbüro musste ich eines Tages meinen Nachnamen ändern lassen. Ich hatte geheiratet. Baby Nr.1 war unterwegs. Ein paar einkommenslose Jahre verbringe ich, dear Readers!
FilmTipp „Warum eigentlich bringen wir den Chef nicht um?“, Originaltitel „9 to 5“, USA, 1980. Komödie über das Leben im Büro, mit Jane Fonda und Dolly Parton.




