Tuesday, June 9, 2026

1980

 

Fließbandarbeiterin bei KELLOG´S in Bremen

Nachdem ich das Gymnasium in der 11.Klasse abgebrochen hatte, und die Fachoberschule für Mode Design nichts für mich war (auch hier sollten wir vor allem in Mathe und Deutsch glänzen - öde) fing ich an, nach Stellenangeboten für Ungelernte zu schauen. Der Plan für 1 Jahr als Aupair nach Amerika, meinem Traumland, zu gehen kam nicht zustande.  Eine ältere Freundin hatte schon allerlei Joberfahrung und schickte mich zu Kellog’s ins Hafengebiet. Ich wohnte ja noch zuhause und dumm rumhängen kam nicht in Frage. Der Hit war Ende der 70er Jahre bei den neu-aufkommenden McDonald’s zu arbeiten, aber das erschien mir wesentlich zu stressig. Kundenkontakt? Oh nee, dann lieber in die Fabrik.  Dort wurden immer Aushilfskräfte am Band gesucht. Bei Kellog`s gab es damals in Cornflakestüten kleine Tierbilder, die musste unsere Damenriege - ein voller Karton damit auf dem Schoss - auf die am Band vorbeiziehenden Tüten legen. Wenn das Fließband einmal wegen einer Störung anhielt, - „Mechaniker!“ rief die Vorarbeiterin- hatte ich die optische Illusion, dass das Band in die andere Richtung weiterfuhr. Very strange!

Auf dem Weg zur Kantine ging es durch andere Abteilungen, dort schaufelten zB. die männlichen Kollegen riesige Zuckermengen in einen Ofen. Wir waren froh, harmlose Bandarbeit zu haben. Viele der Aushilfen waren Studenten, die unbedingt nach Pune, Indien wollten, um Guru Osho zu sehen.  Ich hatte damals noch keinen blassen Schimmer, wer das sein sollte, ganz zu Schweigen davon, dass ich selbst einmal in Indien landen würde. Oh man... Mein Interesse als Teenager galt ausschließlich allem, was mit Amerika zu tun hatte. Kellog´s country.     Ende 2017 war dort dann Schicht im Schacht.  Wie es bei mir weiter geht, lest ihr im next blog, dear Readers!

Film zum Thema Fabrikarbeit:Eine Frau steht ihren Mann: Norma Rae“ (1979) mit Sally Fields als Gewerkschaftsmitglied, das Stunk macht


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