
1994 Amerika, zweiter Versuch
Mittlerweile bin ich mit Ami-Ehemann Nr.2 verheiratet, Studium abgebrochen, back to the USA...
Diesmal hatte ich mich an der University of Pittsburgh eingeschrieben. Links sieht man in der Mitte der Postkarte die "Cathedral of Learning", man, ein toller Campus war das! Und wieder hab ich ehrenamtlich neue Sachen ausprobiert. 1995 zB einen Kursus in der Laubach Literacy Methode zum Unterrichten von Nicht-Lesern (Analphabeten) belegt. Das war eine spannende Sache, hab ich super gern gemacht, diesen armen Erwachsenen noch mal das Lesen beizubringen. Denn wer in den USA zur Schule geht, lernt tatsächlich nicht unbedingt das Lesen. Meine erste Schülerin war eine junge Schwarze, später kam noch Jeanette dazu, eine ältere, weiße Frau, mit der ich mich auch nett anfreundete.

Ehekrise mit Mann Nr. 2: für 6 Monate in die Heimat Bremen...
Kellnerin im Brill Café (das war Ecke Schlachte/ Bürgermeister-Schmidt Allee, jetzt Bar Celona) : dort hatte meine ehemalige Vorarbeiterin von Hachez mit ihrem Mann das Café übernommen, als ich sie zufällig auf der Straße traf und sie mich fragte, ob ich nicht für sie arbeiten wolle. Klaro, why not? Wo ist meine Schürze? Da der Mann, ein ehemaliger Kaffeeröster bei Eduscho, hinterm Tresen den Ausschank machte, aber derart langsam arbeitete - der Typ wollte als Selbstständiger nun partout keinen Stress - fingen alle Gäste an, sich bei uns zu beschweren. Seine Frau arbeitete auch im Service, rollte zwar viel mit den Augen, konnte ihren gechillten Mann aber nicht zum schnelleren Getränkeausschenken bewegen. Da hab ich sie gebeten, mich in der Küche zum Spülen einzuteilen. Stänkernde Kunden, nee, das konnte ich nicht. Und mit dem Tablett war ich wahrscheinlich auch nicht die Geschickteste. Abwaschen im Hintergrund, no problemo.
Filmtipp : Otto Walkes in der Küche https://www.youtube.com/watch?v=VYB7fH4UO4M
1996 - Ehe gerettet; zurück in Pennsylvania. Diesmal haben wir unser 1.Haus gekauft und ich mache wieder Karriere als Hilfsarbeiterin :
Lampenfüße zusammenbauen; dabei war ich die hochgelobt Beste, was in Amiland nicht schwer ist. Deutsche Arbeitsweise hat nun mal einen guten Ruf, und den gilt es zu erhalten. Die Kolleginnen waren hauptsächlich redneck ladies, eher Gattung Schnecke, die sich über alles Mögliche das Maul zerrissen, derweil Betty hard at work, aber nach einer Woche rumschrauben an Stehtischen war mir das echt zu öde….
Bei SONY Flachbildschirmfernseher einpacken: heiliger Strohsack, war das ne Maloche. Ich hab dort zum ersten Mal Flachbildschirme gesehen, sie waren riesig. Seit 1990 liess Sony dort TVs bauen, vorher war das ein VW Werk, wo rabbits, also Golfs zusammengeschraubt wurden. Ich mußte diese Riesenteile in Folie wickeln und in noch riesigere Pappkartons stopfen, dann zum nächsten Posten schieben. In den Fluren hingen immer Zielstatistiken von der Decke, wieviel diese Woche geschafft werden soll, und wie wenig Arbeitsunfälle es in der Woche gegeben hat und so´n Zeugs. Überall liefen Japaner rum, die waren natürlich Management. Ich hab- wie immer- nicht lange ausgehalten, körperlich war es ne Nummer zu schwer für mich. Kurz darauf lernte ich in einem internationalen Frauenclub die japanischen Ehefrauen kennen, die sehr interessiert an allem Amerikanischen waren. Malochen mussten die natürlich nicht.<< Solche Mordsdinger waren das: 53 inches = 137 cm breiter Bildschirm

No comments:
Post a Comment