Ehemann Nr. 2 war ständig auf Karrieresprung, also wieder eine Atlantiküberquerung. Diesmal landeten wir in Darmstadt. Dort heuerte ich nach einer Weile wieder bei einer deutschen Facility Management Firma an:
Ich wurde Housing Inspector. Jawoll! Ich mußte Wohnungen der U.S: Soldatenfamilien beim Ein-und Auszug inspizieren, also Übergabe und Abnahme machen. Natürlich alles in Listen dokumentieren (mit Microsoft access), und die Mieter über Schäden aufklären bzw. über das, was sie selbst noch in Stand setzen mußten. Auch die kleinen Studioapartments der alleinstehenden Offiziere wurden unter die Lupe genommen. Angelernt hat mich so'n alter Ami, der kurz vor der Rente war. Wir fuhren mit Firmenwagen – juhu - von Wohnung zu Wohnung. Das hat mir schon Spaß gemacht, und nach einer Weile hatte ich den Dreh raus, was man den „Kunden“ zu sagen hatte, bzw. wie man ihnen freundlich aber bestimmt erklärte, in welchem Zustand sie die Wohnung gefälligst zu hinterlassen hatten. Man, sahen ihre Buden manchmal aus: Löcher in den Wänden, von den kids alles vollgeschmiert, verkackte Klos, mit der Faust eingeschlagene Türen, nicht mehr richtig eingehängte Fenster usw. Oha.Unsere Firma musste regelmässig der amerikanischen Seite berichten, dem Department of Public Works (DPW – Arbeitgeber von Ehemann Nr. 2, somit viel Gesprächsstoff nach Feierabend!). Nach einem halben Jahr wurde ich Teamleiterin und hatte zwei andere Inspektoren einzuteilen. Einen Puerto Ricaner, der schon eine Weile andere "housing areas" inspiziert hatte, sowie Julie, eine Offiziersfrau (die kurze Zeit später plötzlich Krebs bekam. Oh man. Schlimm. Sie zupfte sich im Büro immer ihre Barthaare vom Kinn. Ich war damals 40, sie 50) Und dann kam noch ein junges Mädchen dazu als Julie immer öfter krank zuhause blieb. Eigentlich eine nette Truppe. Ich musste mich auch um die ´preventive maintenance´ Termine kümmern, dann den Handwerkern Bescheid geben, wann und wo sie Dienst zu verrichten hatten, denn die Wohnungen mussten ja generell in Stand gehalten werden. Es hat mir alles Spass gemacht, nur ging in der Zeit meine 2.Ehe zu Bruch und ich hörte schliesslich schweren Herzens auf, weil die Chefsekretärin meinen Angetrauten um den Finger wickelte und gegen mich Stimmung machte. Mir ging das zu sehr an die Nieren. Diese fake Blondine hatte immer einen Bewunderer um sich, der ihr irgendwelche Gefallen tun musste. Jeden Morgen kam sie dick geschminkt und wie aus dem Ei gepellt mit einem fake Juhu ins Büro. (Ironischerweise wurde die Sekretärin meines Abteilungschef später die Ehefrau von Ehemann Nr. 2.) So geht das. Ja leider war nach einem Jahr wegen dieser blöden Kuh Schluss dort. Ich hab kein dickes Fell für solche Sachen. Naja die Ehe war wohl eh schon im Eimer… Und der nächste Job stand schon bereit....

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